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Hoffnung (2019)

02/12/2019
von Manuel Süess
Hoffnung (2019) | Manuel Süess

Mein Bild Nr. 826 Hoffnung zeigt den immerwährenden emotionalen Zweikampf der Hoffnung auf und des Strebens nach einer besseren Zukunft mit den Ranken, Dornen und Widerständen des alltäglichen Lebens.

Während der Glücksritter im Zentrum des Bildes alles versucht, um sein Leben in den Griff zu kriegen und ein stabiles Fundament für seine Zukunft aufzubauen, wird er von den aus schwarzer Strukturpaste auf die Leinwand modellierten Ranken und Dornen attackiert und zurückgehalten. Doch die daraus resultierenden Kratzer und Wunden können einen kampferprobten Ritter wie ihn nicht aufhalten, seine Hoffnung auf ein besseres Morgen ist zu gross und sein inneres Licht nahezu unzerstörbar.

Das Gemälde Hoffnung (2019) begründet meine neue Arbeitsreihe «abstrakte Emotionen», welche meine 2013 aufgegebene Arbeitsreihe «Emotionen» wiederaufnimmt und als rein abstrakte Werkreihe mein Schaffen komplettiert.

Gartengestalten

25/11/2019
von Manuel Süess
Gartengestalten | Manuel Süess | 2019

Meine Gartengestalten trotzen tapfer dem Schnee. Betrachten ihren verschneiten Tannenbaum. Doch halt, noch hat es noch nicht bis in die tiefen Breiten hinuntergeschneit. Das Foto ist schon einige Monate alt. Aufgenommen habe ich es im vergangenen Winter. Im Frühjahr 2019.

Meine Gartengestalten sind zwei Baumskulpturen, die ich nebenbei in meiner Freizeit erstellt habe. Ursprünglich waren sie zwei Lorbeerbäume, zwei von vielen, die ich nach meinem Einzug gefällt habe. Ich kümmere mich auch um den Garten bei meiner Wohnung und meinem Atelier und habe dabei von den Besitzern einige Freiheiten erhalten.

Die meisten der mit einer Handsäge gefällten Lorbeerbäume, mir gefallen Lorbeer nicht, habe ich in Cheminée gerechte Stücke gesägt, doch von zweien gefiel mir die Aststruktur, so habe ich sie behalten. Lange wusste ich nur, dass ich aus den Bäumen etwas machen will, doch nicht was. Das was wurde klar als ich sie spontan einmal umdrehte und auf die Stämme auf Äste stellte.

Ich trat einen Schritt zurück und erblickte in ihnen meine Gartengestalten. Noch galt es einige Äste einzukürzen und andere ganz zu entfernen. Doch nach und nach erhielten sie ihre endgültige Form. Der Herr mit dem Besen wollte aber ein modischeres Kleid, so schnitzte ich Schritt für Schritt sein neues Gewand aus dem Holz. Der Hut, den er hier auf dem Foto trägt, ist inzwischen auseinandergefallen und so hat er auf Empfehlung seiner Partnerin neu dasselbe Modell wie sie gewählt.

Die beiden beleben nun schon seit über einem Jahr meinen Garten und helfen bei der anfallenden Arbeit mit. So sagen sie. Dennoch muss ich meist trotzdem selbst die Blumen tränken und das Laub zusammenrechen. Zu müde vom Unkrautjäten, monieren sie.

Babykauz

18/11/2019
von Manuel Süess
Babykauz | ART by MANUEL SÜESS

Der liebe kleine Babykauz von 2009 ist eines meiner liebsten und teuersten Gemälde. Dieses Kunstwerk begründete auch meine Bilderkategorie «Babykauz & Friends», deren Werke allesamt eine spezielle Bedeutung für mich haben und entsprechend teuer im Verkauf angeboten werden. Wer eines dieser Gemälde kaufen will, muss den geforderten Preis von zwanzigtausend Schweizerfranken bezahlen können, ansonsten behalte ich es lieber für mich :).

Babykauz war eines meiner ersten Vögel Gemälde und entstand, als das Kunstschaffen für mich noch ein Hobby war. Gemalt habe ich ihn in Mixed-Media mit Strukturpaste und blauer Acryllackfarbe auf einer Sperrholzplatte. Ja, tatsächlich mit Acryllack und nicht mit klassischer Künstleracrylfarbe. Acryllack wird sonst auch verwendet um Möbel, Vorhangaufhängungen, Gartenzäune oder andere Holzelemente zu malen. 2009 malte ich damit die grosse Mehrheit meiner Bilder und experimentierte dabei mit den verschiedensten Materialien und Motiven. Das Spezielle an Babykauz ist, dass die kleine Eule selbst mehrheitlich nicht gemalt wurde, sondern nur der blaue Hintergrund ergänzt mit blauen Tupfern, um seinen Federn eine Struktur zu geben. Die weisse Farbe von Babykauzes Federkleid entsteht durch die zwischen dem Blau durchscheinende weisse Grundierung.

Babykauz wurde bereits von vielen Atelierbesuchern bewundert. In Rheinfelden war er lange an prominenter Stelle aufgehängt. Als sie seinen Preis hörten, konnten sie seinen Wert meist sogleich verstehen, so friedlich und liebreizend wie er da auf seinem Aste sitzt und den Betrachter mit seinem niedlichen Blick selbst neugierig betrachtet.

Vögel Gemälde | 2009 - 2019

11/11/2019
von Manuel Süess
Vögel Gemälde | 2009 - 2019 | Manuel Süess

Heute stellen meine Vögel Bilder einen Gegenpol zu meinen feurigen und wilden Tanzmalereien dar. Zu Beginn war dies anders. Da gab es meine Tanzbilder noch lange nicht. Die Vögel Gemälde gehören zu meinen ältesten Werkreihen. Bilder wie Memory und Babykauz bildeten im Jahr 2009 den Anfang der Serie.

Wenn ich heute auf die inzwischen ein Jahrzehnt umfassende Geschichte meiner Vögel Malereien zurückblicke, bin ich selbst erstaunt über die Vielfallt an verschiedenen Techniken und Formen, die meine Vögel über die Zeit angenommen haben. Begannen sie in Weiss und Blau, ruhig und schlicht, wurden sie zeitweise farbig und dominant, dann wieder ruhiger und später wieder dominanter. Spannenderweise domminieren die schlichten und ruhigen Werke der Anfangszeit meine Gedanken an meine Vögel Bilder, obwohl über die ganze Zeit gesehen die ausdrucksstärkeren Varianten in der Anzahl mit ersteren die Waage halten.

Eines ist jedoch über die Zeit immer gleich geblieben, meine Bewunderung der Freiheit und Unabhängigkeit dieser faszinierenden Geschöpfe. So wurden viele meiner Vögel Gemälde von Vögeln inspiriert, die ich in freier Natur beobachten konnte. Von Mauerseglern über Spatzen, Möven, Meisen, Amseln und Milanen bis hin zu den frechen kleinen Zaunkönigen.

Ein Milan (2019) über den Dächern

04/11/2019
von Manuel Süess
Ein Milan (2019) über den Dächern

Mein Bild Nr. 824 Milan (2019) habe ich – der Name sagt es schon fast, aber nur fast – einem Milan gewidmet.

Er drehte majestätisch seine Runden, hoch oben in der Luft, aber auch zwischen den Häusern und über den Dächern meiner Nachbarn. Ausschauhaltend nach seinem nächsten Leckerbissen. Waren die Winde günstig flog er manchmal direkt vor meinem Fenster vorbei. Meist erblickte ich den Milan nur allein. Ab und an konnte ich ihn aber auch in Begleitung beobachten. Sei es wie er mit einer Milan-Dame durch die Lüfte tanzte. Oder später im Sommer, wie er mit einem Baby-Milan seine Runden drehte und seinem Nachwuchs die Geheimnisse der Lüfte lehrte.

Der Milan in meinem Gemälde ist mit Strukturpaste auf die Leinwand modelliert, den blauen Himmel im Hintergrund beobachtend. Sein Design ist dabei einerseits von meinen früheren Linolschnitt Kunstkarten inspiriert und andererseits von Scherenschnitten. Dabei schneide ich die Figur jedoch nicht aus der Leinwand aus, sondern modelliere die Flächen mit Strukturpasten auf die Leinwand. Zuletzt wird dann die Figur in der gewünschten Farbe gemalt. Bei meinen Vögeln bin ich dabei zur Farbe Weiss zurückgekehrt, da die weisse Farbe die Freiheit und Unabhängigkeit meiner Vögel besser symbolisiert als das zuletzt verwendete Schwarz, dass ich von meinen modellierten Tänzern in die Vögel Bilder übernommen hatte.

Mein Maltisch | Wo Gemälde entstehen

28/10/2019
von Manuel Süess
Mein Maltisch | Wo Gemälde entstehen

Ein Blick hinter die Kulissen. Auf meinem Maltisch wartet das neuste Gemälde auf den nächsten Arbeitsschritt. Es ist ein praktischer Tisch. Stabil und doch leicht zu zerlegen. Zudem lässt er sich ausziehen und in seiner Grösse verdoppeln. Ein Maltisch, was soll das, wo ist seine Staffelei? Fragen sie sich möglicherweise. Nun, mit gewöhnlichen Staffeleien konnte ich bisher wenig bis nichts anfangen. Zum Arbeiten sind sie mir zu unpraktisch und instabil. Zumindest die Staffeleien, die ich bisher gesehen habe. Da bevorzuge ich meinen Maltisch, kombiniert mit einer handlichen Tischstaffelei, die ich nach Bedarf zusammenklappen und auf die Seite stellen kann, um die ganze Tischfläche zur Verfügung zu haben.

Noch lange habe ich ihn nicht, meinen Maltisch. Er war ein willkommenes Geschenk, welches ich nach meinem Umzug nach Horw erhalten habe. Zuletzt, in Rheinfelden, arbeitete ich auf einem improvisierten Malgestell. Fotos habe ich davon leider keine. Wie so ein improvisiertes Gestell eben ist, bestand es aus auf Holzpflöcke gestapelten Brettern. Zuoberst befand sich ein grosses, schräg an die Wand gelehntes Brett als Arbeitsfläche. Für Leinwandbilder war das ganz ok, meine grossen Holzbilder hätten es wohl zum Einsturz gebracht.

Meine Holzbilder malte ich über Jahre hinweg direkt auf dem Boden. Für Spritztechniken war dies zum Beispiel sehr praktisch. Deckte man den Boden vorgängig weit genug um die Bilder herum ab, hielt sich auch der nachträgliche Putzaufwand in Grenzen. Zudem, meine grossen Holzbilder sind bis zu 20 Kilogramm schwer. Da war der Boden der ideale Arbeitsort. Doch nicht nur. Die massiven Holzplatten eigneten sich als Kunstwerk und Arbeitsplatz in einem genutzt zu werden. So sass oder stand ich manchmal direkt auf dem Bild, das ich gerade malte. Bevorzugt natürlich nicht in der frisch aufgetragenen Farbe.

Ausser es war gewollt. Unter meinen Holzbildern gibt es das einte oder andere Werk, bei welchem ich meine blossen Hände und Füsse als Malwerkzeug einsetzte.

Im Tanzhaus (2014) tanzen.

21/10/2019
von Manuel Süess
Im Tanzhaus (2014) tanzen.

Komm ins Tanzhaus tanzen. Hier trifft sich gross und klein, jung und alt, Giraffe und Elefant. Ganz egal welchen Tanzstil du magst, ob Paartanz, Alleintanz, Streetdance, Improvisation oder Ballett, in jedem Zimmer spielt andere Musik. Tanze so wie es dir gefällt. Jeder ist im Tanzhaus willkommen.

Mein Bild Nr. 730 Im Tanzhaus (2014) feiert die gigantische, facettenreiche Vielfalt an verschiedenen Tänzen, die es auf unserer Welt gibt und ermutigt jeden so zu tanzen wie es ihm oder ihr gefällt. Tanzen. Bewegen. Sorgen für einen Moment vergessen. Energie. Musik. Neue Taten warten. Tanzen. Wanken. Seine eigene Zukunft gestalten.

Das Gemälde Im Tanzhaus (2014) gehört zu meiner Reihe von Acryl-Collagen-Mischtechnik-Werken. Mischtechnik (Englisch: Mixed Media) bedeutet, dass der Künstler verschiedene Techniken bei der Herstellung seines Kunstwerkes miteinander kombiniert hat. In diesem Bild habe ich Acryl mit Collage- und Spachtelmassetechniken kombiniert. Für die Collage habe ich von mir selbst bemalte und dann in Stücke geschnittene Papier- und Kartonstücke verwendet. Die Collagenelemente bilden zudem die Grundstruktur des Tanzhauses inklusive Türe, Treppe, Fenster und Bilderrahmen im obersten Stock. Tatsächlich, im obersten Stock des Tanzhauses hängt ein abstraktes Kunstwerk, ein Bild im Bild sozusagen. Ein Element, das mir gefällt, und dass ich in späteren Werken des Öfteren wieder aufgenommen habe, auch mit Tanzbildern in Tanzbildern.

Man beachte auch die Katze, welche die Rolle als Türsteher übernommen hat. Sowie den Fischer im Kellerfenster, der hofft mit seinem Fisch die Katze von der Türe wegzulocken und zum Tanzen anzuregen. Viel ist los in meinem Tanzhaus.

Tanzen! | Tanzmalereien von 2013-2019

14/10/2019
von Manuel Süess
Tanzen! | Tanzmalereien von 2013-2019 | Manuel Süess

Der Tanzsport und im speziellen Turniertanz Latein war für lange Zeit eine meiner grossen Leidenschaften. Obwohl ich im Turniertanz nie allzu erfolgreich wurde, gab mir das Training und die Turniere während mehr als einem Jahrzehnt viel Freude, Spass, Motivation, Leidenschaft und Energie. So ist es umso erstaunlicher, dass es sehr lange dauerte, bis das Tanzen auch in meine Malerei einzog. Tatsächlich gab es 2010, Jahre vor meiner ersten Tanzmalerei und einige Zeit vor Gründung meines Kunstateliers, in der Neue Fricktaler Zeitung einen Zeitungsartikel über mich mit der Aufschrift «Der malende Tänzer», damals war das Tanzen mein Lebensinhalt und das Malen erfolgte nur so nebenbei.

Doch auch nach Gründung meines Ateliers und Gang in die selbständige Erwerbstätigkeit als Künstler ging es noch einige Zeit bis zu meiner ersten Tanzmalerei. Tatsächlich war die Entstehung meiner ersten Tanzbilder reiner Zufall. Wie es bei der abstrakten Malerei so ist, lassen sich manchmal die verschiedensten Formen in den wild gemalten Farben erkennen. Und so war es gegen Ende 2013 ein genau solcher Farbklecks auf einem meiner Bilder, der mich an einen wilden, leidenschaftlichen Tänzer erinnerte.

Tags darauf versuchte ich diesen Farbklecks zu reproduzieren, was in der abstrakten Malerei nicht immer ganz einfach ist, auch wen es sich einfach anhört. Farbklecks ist doch gleich Farbklecks oder etwa nicht? Doch es gelang. Und der Rest ist Geschichte, könnte man nun sagen.

Meine Tänzerlein haben seitdem eine lange Entwicklung mit Hochs und Tiefs, besser und weniger gelungenen Ausführungen, sehr technischen und wild abstrakten Versionen hinter sich. Doch am schönsten ist es immer, wenn sie beim meine Tanzmalerei betrachtenden Betrachter fröhliche Emotionen und Erinnerungen wecken und ihm oder ihr ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Meine Tanzmalerei Nr. 823 Tanzen! 2.19

07/10/2019
von Manuel Süess
Meine Tanzmalerei Nr. 823 Tanzen! 2.19

Das Bild Nr. 823 Tanzen! 2.19 war nicht nur mein erstes Kunstwerk von 2019, sondern auch das erste Gemälde nach einer Malpause von knapp einem Jahr.

In diesem Jahr konzentrierte ich meine kreative Schaffenskraft auf die Vollendung meines zweiten Romans. Doch nicht nur. Daneben absolvierte ich auch Semester zwei und drei meines Studiums an der Hochschule Luzern.

Die Malpause wählte ich bewusst. Denn bei den vorangehend vollendeten Bildern merkte ich, dass das spielerische Element, dass meinen Tanzmalereien viel Spass und Freude einhauchte, etwas zu kurz gekommen ist. Die Tanzbilder waren Schritt für Schritt immer technischer geworden. Was nichts Schlechtes ist, denn so konnte ich die handwerkliche Qualität meiner Werke in den letzten Jahren stetig steigern. Doch die Verspieltheit fehlte mir. Daher beschloss ich Spachtel und Pinsel etwas ruhen zu lassen. Mit meinem zweiten Roman und dem Studium stand zudem genug Arbeit an, so dass ich wusste, dass mir währenddessen sicherlich nicht langweilig werden würde.

Nach der Veröffentlichung meines zweiten Buches nahm ich mir die Zeit einige meiner älteren Werke wieder anzusehen. Werke, die mir sehr gefielen, wovon sich einige auch in meinem privaten Besitz befinden. Ich betrachtete nicht nur meine frühen und späteren Tanzbilder, auch einige meiner frühen abstrakten Werke auf Holz nahm ich wieder hervor und schaute sie an. … und entdeckte die zuletzt fehlende Verspieltheit von neuem. Doch nicht nur in meinen Bildern. Vorwiegend dank meines zweiten Romans, in welchem ich meiner Fantasie freien Lauf liess, was in einem wunderbar aussergewöhnlichen Buch endete.

Somit war das Hauptprojekt für die Semesterferien zwischen den Prüfungen des alten Herbst- und des kurz bevorstehenden neuen Frühlingssemesters klar. Es galt wieder Pinsel, Farbe, Spachtel, Leinwand und Abdeckkarton zur Hand zu nehmen. So entstand in den daraufkommenden Wochen mein Bild Nr. 823 Tanzen! 2.19.

Dragiputz der Atelierdrache

30/09/2019
von Manuel Süess
Dragiputz der Atelierdrache

Dragiputz, Atelierdrache, Sicherheitschef und Terminkoordinator in Person.

Wenn Sie bei mir Anrufen, ist es gut möglich, dass Dragiputz den Anruf entgegennimmt. Als Sicherheitschef und Terminkoordinator meines Kunstateliers hat er das Telefon meist bei sich in seinem Hort. Sollte es einmal länger dauern, bis jemand rangeht, ist er wahrscheinlich am Tanzen. Denn wenn niemand schaut und gleichzeitig das Telefon klingelt, tanzt er für gewöhnlich frisch und fröhlich zu den Klängen des Klingeltons kreuz und quer durch mein Atelier. Glücklicherweise hat mein Telefon einen Anrufbeantworter.

Dragiputz, mein Atelierdrache, ist eine treue Seele. Ich kenne ihn bereits seit Kindestagen. Danach versteckte er sich für viele, viele Jahre bei meinen Eltern auf dem Dachboden. Vor einigen Jahren, als ich ihnen half den Estrich aufzuräumen, schlich er sich klammheimlich in die Waschküche. Neugierig, wie er ist, stieg er in die Waschmaschine. Natürlich nicht ohne diese vorher einzuschalten. Von der Rundfahrt erschöpft, ruhte er sich danach für einige weitere Jahre auf einem Schaukelstuhl mit Sicht auf den Pilatus aus.

2018 zog ich von Rheinfelden zurück in die Region Luzern. Und siehe da, eines Morgens stand Dragiputz plötzlich in meinem Atelier und verkündete, er sei mein neuer Sicherheitschef. Es sei nötig, dass ich einen solchen habe und als furchtloser Drache sei er perfekt für den Job geeignet. Einer meiner Barhocker gefiel ihm so sehr, dass er sich darauf sogleich seinen Drachenhorst einrichtete. Von hier habe er die perfekte Übersicht, verkündete er. Am liebsten geniesst er von dort die Aussicht auf Pilatus und Vierwaldstättersee.

Letzthin meinte er, sollte ich einmal säumige Zahler haben, solle ich es ihm ruhig sagen, er werde diesen gerne Feuer unterm Hintern machen. Bis dahin muss er sich damit begnügen das Cheminée im Garten einzuheizen.